Das Wunder von Augsburg

Am Sonntagabend habe ich mir den neuen Wilsberg-Krimi im ZDF angeguckt. Zumindest knapp die Hälfte, bevor ich auf dem Sofa eingeschlafen bin. Ein schlechtes Drehbuch mit guten Darstellern ist eben nicht genug, um meine Lebensgeister dauerhaft bei Laune zu halten.
Oder doch? Bei Werders Auftritt in Augsburg war das Drehbuch regelrecht beschissen, und meine Augen klappten nicht einfach zu. Klar, ich stand auch hinterm Tresen! Das war der eine Grund. Der andere aber war, dass mich die kollektive Fassungslosigkeit innerhalb weniger Minuten komplett überrollte.
Wie doof muss eine Fußballmannschaft sein, sich selbst in den Blackoutmodus zu begeben und einen sicher geglaubten Sieg noch leichtfertig herzuschenken. Geht´s noch? Ja, es geht und es geht auch noch schlimmer: Werder bringt es tatsächlich fertig, sich in der Nachspielzeit die bitterste aller Pillen ins Netz schieben zu lassen.
Der eindeutig schwächere FCA gewinnt mit 3:2 und lacht sich nicht nur heimlich ins Fäustchen.
„Werder Bremen macht sich selbst zum Abstiegskandidaten Nummer 1“, so dürfte das Fazit des Tages lauten.
Ich persönlich bin nicht bereit weiter über dieses Thema zu reden. Auch wenn Fußball nur ein Spiel ist, nehmen wir Fans die Sache ziemlich ernst. Wenn es denn die Spieler schon nicht tun, die Woche für Woche Ergebnisse anbieten, die höchstens für den direkten Marsch in Liga 2 taugen. Was nützt das Schöngespiele gegen Dortmund oder Bayern? Gar nichts, weil am Ende doch nur der Blick verklärt wird und keine vernünftige Reaktion folgt. Werder hat gestern nicht geliefert, und wer jetzt glaubt, dass das gegen Gladbach gelingt, der sollte mal ganz schnell zum Arzt gehen.

Heute Abend bleibt der Laden zu. Letzter Ruhetag, bevor nächsten Montag wieder Fulltime angesagt ist. Dann treffen sich die Skatleute ab 19 Uhr auf eine lockere Runde. Mitmachen kann jedermann. Trinken ohne Kartenspiel auch.

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