Den Umständen erfolgreich trotzen

Als Straftraining würde ich das nicht bezeichnen, was die Kutterpuller gestern Abend im strömenden Regen fabriziert haben. Vielleicht war es eher eine Selbstkasteiung, die die Jungs betrieben haben, um nach dem enttäuschenden 6.Platz bei der Regatta in Brake am letzten Wochenende, mit grimmiger Miene die Riemen zu malträtieren. Zehn harte Männer, deren Gesichter alle den gleichen Gedanken ausdrücken: Wie konnte das nur passieren?
Das erfolgsverwöhnte Horizont-Team, das in den letzten Jahren immer in den Halbfinals diverser Rennen stand, musste sich in der Niederlage eingestehen, dass Erfolge im  Kutterpullsport zu erreichen (so wie auch anderswo) immer wieder ein hartes Stück Arbeit ist. Regelmäßiges Training, Tagesform, Taktik, Konzentration, eine Portion Auslosungsglück, günstige Strömungsverhältnisse und eine optimale Teambesetzung sind notwendig, um  im Konzert der Großen eine Rolle spielen zu können. Ein 6.Platz ist gewiss keine Schande. (Die meisten deutschen Leichtathleten  wären aktuell froh, wenn sie diesen Platz den bei der WM in London auch nur annähernd erreichen könnten.)
Der Anspruch ist aber höher.
So kurz vor den Bremer Stadtmeisterschaften im September, wo das Team immerhin den Titel verteidigen will, ein kleiner Dämpfer zur richtigen Zeit?
Umso bemerkenswerter, dass gestern den Wetterverhältnissen auf  bravouröse Art getrotzt wurde. Die Mission vor und den Regen in den  Augen, scheint klar, dass die Einstellung in der Mannschaft stimmt und der Weg zurück in die Erfolgsspur keine Frage von langer Zeitdauer sein wird.
Freizeit- Kneipen- oder Leistungssport?  Die Grenzen haben sich inzwischen verschoben. Das Kutterpullen ist als Wettkampfsport etabliert, und diejenigen die ihn betreiben , wollen letztendlich auch gewinnen. Das steckt nun mal in der Natur der Sache.
Nicht mal die Holzwürmer, der FC Bayern des norddeutschen Kutterpullsports, kann das Horizont-Team von der tiefsten Überzeugnung abbringen, dass alles erreicht werden kann, wenn man nur fest genug an die eigene Stärke glaubt.
Wir Fans ziehen jedenfalls den Hut vor dieser ausdauernden Leistung des Teams, das ein Aushängeschild und so etwas wie ein Markenzeichen des Horizont geworden ist.
Kämpfen um jeden Preis ist ganz bestimmt nicht die schlechteste Möglichkeit, um den vielfältigen Problemen des Alltages Paroli zu bieten.
Nehmen wir uns ein Beispiel. Die Kutterpuller machen uns vor wie es gehen kann.

Heute ist der Laden wieder 18 Uhr geöffnet. Wer Leichtathletik in Aktion sehen will, ist bei uns goldrichtig.
Am Wochenende startet Werder in die Pflichtspielsaison. Am Samstag, 20.45 Uhr, muss Würzburg im Pokal rasiert werden, wenn der Saisonstart glücken soll. Wir freuen uns d`rauf.

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