Spart Werder sich ins sportliche Abseits?

In diesen Tagen wird im Zusammenhang mit Werder Bremen immer wieder von der hanseatischen Sparsamkeit gesprochen. Und das Werder ein ganz besonderer Verein ist, ein Verein, der  sich in keinem Fall verschulden wird und dem das Wohl der Fans über alles geht.
Alles Augenwischerei behaupte ich ganz kühn. Am Ende geht es immer nur um`s Geld, in Bremen trotz der angeblich guten Bilanzen besser um fehlendes Geld.
Das beste Beispiel dafür ist die bei den Menschen in und um Bremen mehr als umstrittene Vertragsverlängerung mit dem Massentierhalter Wiesenhof bis ins Jahr 2020.
Was für ein Shitstorm damals, als der neue Werbepartner vorgestellt wurde. Ruhe in Frieden im Jahr 2017. Das „Ungemach“ wird fast kommentarlos hingenommen.
Am Donnerstag, also morgen, endet die aktuelle Transferperiode. Frank Baumann ist, zumindest nach außen hin, bemüht noch einen mindestens  2,70 m großen und robusten Mittelstürmer zu kaufen. Kosten darf er natürlich nichts, weil … siehe oben!
In diesen Wahnsinnszeiten der horenten Ablösesummen muss unbedingt die Frage gestellt werden, wie lange sind Werder und ähnlich strukturierte Vereine noch in der Lage erstligatauglich zu bleiben. Gute Spieler sind eben teurer als früher, d. h. im Umkehrschluss, dass die Vereine bereit sein müssen, dieses Geld auch auszugeben und vor allem ihre Finanzpolitik darauf einzurichten. Für kleines Geld gibt es eben nur noch Mittelmaß oder ab und an die eine kleine Perle, die zu finden, aufzubauen und dann später teuer zu verkaufen als erfolgreiche Investition  bezeichnet werden kann.
In diesen Tagen darf getrost behauptet werden: Geld schießt Tore! Endlich.
Wer das nicht wahhaben will, so wie die Verantwortlichen von Werder Bremen, weiß entweder mehr als wir alle (Die Geldblase im Fußballgeschäft platzt demnächst.) oder marschiert wissend und unweigerlich  in die sportliche Immigration.
Nicht in die Qualität  des Kaders zu investieren hat zur Folge, dass Werder Jahr für Jahr gegen den Abstieg spielen, im Mittelfeld herumdümpeln oder gar absteigen wird.
Das widerum wird ehrgeizige Fußballer davon abhalten, längerfristige Verträge in Bremen abzuschließen (Gnabry), sehr gute Fußballer (Kruse) zum Weggang bewegen und Nachwuchstalente (Eggestein) zu Schleuderpreisen abgeben zu müssen.
Sportliche Perspektiven schaffen Anreiz und die müssen sich auch finanziell erarbeitet werden.
Nicht auszudenken, was passiert, wenn Werder Bremen demnächst in der 2. Liga seine hanseatische Frömmigkeit auslebt. Ein Abstieg wäre eine Katastrophe für die Stadt. Es reicht schon, dass die Weltmarke Becks der Region den Rücken gekehrt hat.

Weil diese Woche die Bundesliga dem Länderspielwochenende weicht, übertragen wir im Horizont folgende Spiele: 
Freitag, 20.45: Tschechien vs. Deutschland
Montag, 20.45: Norwegen vs. Deutschland

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.