Weggegrätscht!

Wahrscheinlich hat es sich schon rumgesprochen: Letzten Sonntag hat es mich erwischt. Ein Auto von vorn, parkende Autos rechts und links, eine zu schmale Gasse und eine Zehntelsekunde Unentschlossenheit haben ausgereicht, um mir mal eben ganz schnell das Gesicht zu demolieren. Blut, Blut, Blut, eine gebrochene Nase und eine Ganzkörperprellung bedeuten, dass ich ganz viel Glück gehabt habe. Laut Polizei konnte der Autofahrer nicht ermittelt werden, weil der offensichtlich einfach weiter gefahren ist.
Glücklicherweise gibt es eine Menge hilfsbereiter Menschen, ohne die ich am Sonntag nicht so glimpflich aus der verzwickten Asphalthorizontallage in das Diako gelangt wäre. Dort hat das Personal ebenfalls einen sehr guten Job gemacht, darf ich hier einmal anmerken, gerade weil nach reichlichen Krankenhausaufenthalten nicht so schnell bereit bin, gute Zeugnisse für unser Gesundheitssystem auszustellen.
Und hinterm Horizont läuft es, trotz meines Ausfalls und wegen meiner engagierten Mitarbeiter auch weiter rund. Das ist gut so.

Nicht zuletzt muss ich vor allem meiner Frau danken, die meinen riskanten Sport akzeptiert und mich ohne Vorwürfe durch die schmerzhaften Stunden begleitet. Das ist nicht selbstverständlich.
Die Frage bleibt, ob ich mich nun endlich den Naturgesetzen, die doch seit 40 Jahren heftigst an meiner Existenz rütteln, beugen sollte. Der Alkohol und der Doppelkrebs hatten keine Chance, die Straße hat es offensichtlich, trotz mehrfacher Versuche, auch nicht. Mein Lebenslauf ist kein einfacher und von zahlreichen Krisen begleitet, denen schließlich immer wieder fette Hochs folgen.
Es soll ja Menschen geben, habe ich zumindest gehört, die umschiffen relativ elegant alle Klippen des Lebens. Zu denen gehöre ich definitiv nicht. Mein Programm beinhaltet: Lerne aus Fehlern, stecke den Kopf in die Scheiße, und ziehe ihn rechtzeitig wieder heraus! Abwaschen, eincremen und weiter machen!
Nun ist der Stand der Dinge – 30 Stunden nach dem Horrorcrash -, so, dass ich mich schon wieder freue, aufs Rad zu steigen. Noch ist die Fresse blau und die Rippen schmerzen. Aber warum soll ich mich gegen den Lauf der Dinge stemmen. Immer schön im Fluss bleiben und, verdammt noch mal, immer Kette rechts. Okay, vielleicht nicht mehr ganz rechts. Schließlich will ich der Welt noch ein bisschen erhalten bleiben. 
Ich werden am Montag bestimmt wieder im Laden stehen. Dann gibt es das Rückspiel in der Relegation zwischen Kiel und Wolfsburg.. Das Hinspiel zeigen wir natürlich am Donnerstag auch.
Täglich ab 18 Uhr geöffnet.

Bis dahin haltet die Stellung und genießt den vorzeitigen Sommer.

 

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