Werder als schönste Nebensache der Welt?

Bei den sommerlichen Temperaturen werden sich heute wieder viele Fußballfans fragen, ob es wirklich Sinn macht am Nachmittag in unserer verrauchte Kneipe aufzutauchen, um sich das Werderspiel gegen Hoffenheim anzugucken (ab 14 Uhr geöffnet, 15.30 Uhr Anpfiff).
Vielleicht gibt es tatsächlich bessere Alternativen: am Strand liegen und ein gutes Buch lesen, mit dem Rad durchs Blockland fahren oder gar mit dem Boot die Weser runterschippern.
Egal was wir tun, die Hauptsache ist, wir genießen bewusst die Zeit und unser Dasein.
Es ist  eben nicht selbstverständlich, wie wir leider immer wieder feststellen müssen.
Ich sage das ganz bewusst, weil ein guter (den meisten von uns  bekannter) Freund  all das gerade erwähnte nicht mehr machen kann. Das Schicksal hat ihn mitten aus seinem relativ entspannten Leben gerissen. Urplötzlich und ohne Vorwarnung!  Ihr wisst, dass ich von Holger spreche, den wir in den letzten Wochen ziemlich vermisst haben.  Beim Bundesligaauftakt haben seine Kumpels symbolisch einen Stuhl für ihn freigehalten.  Ein Akt der Freundschaft  und des Gedenkens.
Ja, das Leben ist vergänglich und unsere Gesundheit ein hohes Gut. Holgers Schicksal und das der anderen lieben Menschen, die uns vorzeitig und völlig überraschend verlassen haben, soll uns mahnen achtsam zu bleiben! Genießen wir jede Minute, die uns in diesem einen Leben bleibt – egal was wir gerade tun! Glauben wir außerdem an Wunder und auch daran, dass sich die Natur nicht überlisten lässt. Wenn es denn sein soll, wird Holger eines Tages wieder in den Laden kommen, seine Kippen auf den Tresen legen und lässig fragen: „Udo, was kannst du mir denn heute mal Besonderes an Getränken empfehlen?“ Und so wie immer, werde ich ihm sein 0,3l-Bier hinstellen und er wird sich artig bedanken. Der Horizont war Holgers zweites Zuhause und wir haben uns immer gefreut, wenn er meckernd aufgetaucht ist: „Alles Scheiße, Leute!“
Wir recht er doch hatte!
In Holgers Sinne, soll  Werder heute für uns alle einen Sieg einspielen und für ein kleines Adrenalinhoch sorgen, das wir gern auf unsere endliche Reise mitnehmen.

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