Alles nur Kopfsache?

Wir haben uns alle verwundert die Augen gerieben als feststand, dass die Ruhmreichen den BVB aus dem Pokal geworfen haben. Ein Wunder von der Weser? In jedem Fall und was für eins!
Wie Phönix aus der Asche ist die Mannschaft auferstanden und hat eine Leistung vollbracht, die ihr nur noch ganz wenige hartgesottene Fans zugetraut hätten. Es wurde im Vorfeld doch nur noch darüber spekuliert, ob die Niederlage zwei- oder einstellig ausfallen würde, ob Sympatikus Kohlfeld der richtige Trainer ist und wie nach einer Pleite gegen Union mit dem Abstieg in Liga 2 umgegangen werden muss.
Nun führt dieser Überraschungssieg alle Überlegungen ad absurdum. Das Fatale: Die schwachen Leistungen Werders in der Bundesliga sind nicht einfach wegzudiskutieren. Sollen wir Fans nun glauben, dass die Mannschaft es doch kann, dass Kohlfeld immer noch der beste der besten Coaches ist – oder was nun? Es scheint fast so, als würden die Spieler dem immensen Druck des Gewinnenmüssens in der Liga nicht standhalten können, im Pokal aber, nämlich dann, wenn keiner mehr etwas erwartet, ihr Potential plötzlich ausschöpfen.
Es gibt ja in diesen schweren Zeiten nicht wenige Leute, die behaupten, dass die Qualität im Team fehlt und dass der Trainer die Mannschaft schon lange nicht mehr erreicht.
Stimmt nicht, wenn man die Leistung von gestern Abend zu Grunde legt. Die Mannschaft kann Fußball spielen und besitzt offensichtlich auch die Fähigkeit taktische Vorgaben des Trainerstabes umzusetzen. Das Erstaunlichste allerdings an diesem Sieg ist die Tatsache, dass das Team in der 2. Halbzeit nicht eingebrochen ist, nachdem der BVB den Druck deutlich erhöht hat und durch Wunderkind Haaland der Anschlusstreffer gelang. Werder hat dagegen gehalten, die Zweikämpfe angenommen und – ich träume immer noch -, das dritte Tor gemacht.
Werder Bremen steht im Viertelfinale des DFB-Pokals und das völlig zurecht.
Es bleibt die Hoffnung, dass dieses Spiel so etwas wie eine Initialzündung darstellt und das die Mannschaft Union Berlin am Samstag in Grund und Boden spielt. Die Erwartungshaltung der Fans wird enorm hoch sein und niemand, wirklich niemand wird erwarten, dass Werder wieder so auftritt wie gegen Mainz, Hoffenheim oder Augsburg.
Wenn es doch wieder passiert, Gott bewahre, muss Sigmund Freud persönlich ran und die weichen Birnen auf Corona oder andere Fäulnisprodukte untersuchen.
Vielleicht war dieses Spiel gestern der notwendige Befreiungsschlag, der Max Kruse endgültig aus dem Weserstadion gepustet und eine neue Ära eingeleitet hat. Es wäre allen Bremern so zu gönnen. Das Leid muss endlich ein Ende haben!

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