Mit dem Virus leben müssen?

Werder ist leblos, Werder ist irgendwie tot. Auch die Stimmung gestern im Horizont war mehr oder weniger lethargisch tot. Sarkastischer Humor, wenn mal einem Werder-Spieler eine gute Aktion gelang. Kurzes Lachen, ablenkende Gespräche, und dann schnell bezahlen und gehen. Raus aus der Fremdschämenzone. Der leere Laden war nach dem 2:0 der Bullen plötzlich noch leerer. Klar, wenn draußen fast 15 Grad Temperaturen Frühlingsgefühle auslösen.
Das Spiel hat das nicht getan. Die starken Leipziger hatten Mitte der 2. Halbzeit Erbarmen mit den schwachen Bremern oder vielleicht auch Respekt und Ehrfurcht vor den grün-weißen Traditionen. Im Endeffekt völlig egal, denn sie waren haushoch überlegen und mussten nicht mehr tun als den Ball einfach in den eigenen Reihen zu halten. Und die verbliebenen Fans im Horizont waren sich seufzend einig: Hier spielt ein Absteiger ohne Mumm und ohne wirkliche Perspektiven.
Kohlfeldt war natürlich auch ein Thema. Kein Gutes, auch wenn es immer noch ein paar Befürworter des immerzu kauenden Baumannzöglings gibt. Vielleicht kommen die aus Amerika, direkt von Wrigley Spearemint Gum? Wenn der Kohlfeldt geht, muss auch Baumann gehen. Das Duo Infernale ist im Moment keine gute Symbiose und maßgeblich in der Verantwortung für den ganzen Unfug. Die Mannschaft bleibt ein Rätsel. Sie ist weder mit bösen noch mit guten Worten zu erreichen. Auch das Weinen, Flehen und Betteln der Fans scheint nichts zu bringen.
Tot bleibt eben tot. Ich muss weinen, wenn ich zurück denke an die alten Zeiten. 2004 habe ich begonnen Werder-Spiele kommerziell zu übertragen. Werder Bremen war damals stolzer Primus aller Klassen. Und gestern? Es war einfach jämmerlich. Die Abwärtsspirale hat sich tief in den Lehm gebohrt. Alle möglichen Leute zerren und hebeln und schwitzen, aber das Ding steckt einfach fest. Zeit aufzuhören, für den Bundesligafußball in Bremen und auch für mich?

Heute ab 15.30 Uhr Köln gegen Bayern. Ich bin vor Ort!

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