Kein ganz normaler Samstag

Unweigerlich muss ich heute, kurz vor Anpfiff des letzten Spieltages der Bundesliga, daran denken, wie Andy Brehme an der Schulter von Tante Käthe schluchzte, als der mit seinem 1.FC Kaiserslautern abgestiegen war.
Diese Szene vom 18.Mai 1996 hat sich tief in mein Bewusstsein eingeprägt und bleibt für immer unvergessen. Wahrscheinlich deshalb, weil Brehme zeigte, dass auch ein Fußballerherz kein Herz aus reinem Gold ist.
Schwer vorstellbar, dass sich das im Bremer Weserstadion im Falle eines direkten Abstieges an diesem Samstag, den 26.Juni 2020 wiederholen würde – vor leeren Rängen und am Ende auch auf ewig leeren Köpfen. Zu emotionslos und lethargisch waren die meisten Auftritte dieser Mannschaft in der abgelaufenen Saison. Weiterlesen

Schicksalspiel

Werder könnte heute Geschichte schreiben und zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte absteigen. Zu verhindern ist das nur mit einem Sieg gegen Köln und einer gleichzeitigen Niederlage Düsseldorfs bei Union.
An eine Wunder glauben nicht viele, trotzdem bleibt dieses kleine Fünkchen Hoffnung. Es müssen viele TOOOORE her!
Coronabedingt ist der Laden leider schon voll besetzt. Auch das ist ein Trauerspiel. Letztendlich nehmen  wir die Situation hin wie sie ist. Beim Wetter können wir schließlich auch nichts drehen.
Wir öffnen heute 14.30 Uhr
Morgen Nachmittag zeigen wir die Abschlusskonferenz der 2. Liga. Spannend vor allem deshalb, weil der HSV gerade selbst dabei ist, den  Wiederaufstieg erneut zu verhindern!

Aufgrund der Tatsache, dass unser Tresen noch immer nicht genutzt werden darf, haben wir uns intern auf folgende Öffnungszeiten geeinigt:
Dienstag, Freitag und Samstag jweils ab 18 Uhr geöffnet. Am Wochenende bleibt die Schließungszeit je nach Sachlage flexibel.
Dartspiel ist leider noch immer nicht möglich, da die Sitzplatzpflicht weiterhin besteht.
Ausweichquartier ist das  VRV Vereinsheim. Dort haben wir täglich von 14 Uhr  bis 21 Uhr geöffnet  (länger möglich

Corvid19-Update

Wir starten heute einen weiteren zaghaften Versuch, uns der neuen Kneipenkultur anzunähern. Von 18.00 Uhr bis 0.00 Uhr sind wir für Euch da. Mir möchten Euch dringend bitten, strikt die Coronavorgaben einzuhalten. Das hilft uns und natürlich auch Euch. Wir brauchen keine Verschwörungstheoretiker und Leute, die uns mit einem Aluhut auf dem Kopf die Welt erklären wollen.
Wir brauchen Menschen, die sich ihrer Verantwortung zum Allgemeinwohl bewusst sind und unser Team in allen Belangen unterstützen. Die Einschränkungen sind massiv, aber von uns nicht so gewollt. Im Sinne der Sache, bitten wir trotzdem um Verständnis. Es kann nur heißen: Gemeinsam durch die Krise!
Wir zeigen heute Abend die Fußballspiele der 2. Liga und das Freitagsspiel der Bundesliga!
Für das morgige Werder-Spiel sind noch wenige Plätze frei. Meldet Euch unter info@horizont-bremen.de.
Bitte nicht anrufen und keine WhatsApp-Nachrichten schicken! Geöffnet ist morgen ab 14.30 Uhr.

„Es war doch gar nicht so schlecht!“

… war der lapidare Kommentar eines Gastes gestern Abend im Horizont. Der Restart hat unterschiedliche Gefühle bei Horizont-Betreiber und Gästen ausgelöst. Sicher haben sich alle 20 (Maximalbelegung) Fußballfans gefreut, dass es endlich wieder losgeht, auch wenn die Geisterspielatmosphäre aus dem Weserstadion zeitweise in den Horizont überzuschwappen drohte. Es war insgesamt wenig kneipenfreundlich, gerade weil sich alle Besucher an die „unmenschlichen“ Hygienevorgaben gehalten haben.
Das Herzstück einer Kneipe ist nun mal der Tresen und ein Fußballspiel lebt von seinen augenblicklich gelebten Emotionen. Die Menschen im Laden kennen sich, sind zum Teil Freunde, wollen sich austauschen, abklatschen oder  sich gar umarmen. Weiterlesen

Sechs Minuten

Was für eine Stimmung im wieder vollen Horizont! Werder Bremen spielt in Berlin, als hätte es nie eine Krise gegeben. Sergeant umtrippelt am Strafraum zwei Gegenspieler und hämmert den Ball rechts unten ins Tor, Rashica flankt sensationell von der linken Außenseite und Klaasen köpft unhaltbar ein. Die Hütte bebt, die Fans rasen wie von Sinnen, das Bier fließt in Strömen, die Tonanlage röchelt vor Staunen. Werder führt 2:0! Was für ein Fest? Werder Bremen ist plötzlich wieder wer!
Das Ganze spielte sich innerhalb von sechs Spielminuten ab, sechs Spielminuten voller Hoffnung und voller Sehnsüchte. Es wurde der mögliche Klassenerhalt beschworen und es wurden Vergleiche mit Werderwundern aus der Vergangenheit gezogen. Die Menschen richteten sich wieder auf und tippten stolz auf die verblichene Raute ihrer Alttrikots. Sechs Minuten bis zur Ewigkeit, sechs wunderbare Minuten, die uns eine lange armselige Saison mit einem Schlag vergessen ließen – eben für sechs Minuten lang.
Ach wie schön wäre es, könnte ich an dieser Stelle die Zeit anhalten, den Stift zur Seite legen und mich, die Arme hinter dem Kopf verschränkend, grünweißen Träumerein hingeben.
Aber da war noch etwas, nämlich diese jämmerlichen vierundachtzig Minuten plus, die gnadenlos realistisch aufzeigten, wie es wirklich im Leben zugeht.
Werder bescherte mir gestern ein Deja-vu zur Ziehung der Lottozahlen: Die ersten beiden gezogenen Nummern sind richtig und dann … nur noch Nieten!
Der Unterschied: Werder ist die Oberniete ist und nach einem solchen Auftritt ganz sicher ein Absteiger ohne Mumm.

 

Dramatisch aber nicht hoffnungslos

Corvid Corona mit der 19 ist kein brasilianischer Neuzugang bei Werder Bremen, der helfen soll, den scheinbar unvermeidlichen Abstieg in Liga 2 zu verhindern. Corona ist auch keine Biermarke aus Übersee, die plötzlich den europäischen Markt überschwemmt. Ne, Leute, hier ist endlich echte Aufklärung nötig.
In Wirklichkeit handelt sich bei Corvid 19 auch um keinen Virus, sondern tatsächlich um einen Trick der Weltwirtschaftssyndikate, um den schlappen Einzelhandel anzukurbeln und die Ordnung in der Welt wieder herzustellen. Die Leitzinsen in Amerika sind gesenkt, die Chinesen werden zurückgedrängt, der Klimawandel wird aufgehalten und das Flüchtlingsproblem auf natürliche Art und Weise gelöst.
Ich bin da voll eingestiegen in die Szene, schließlich bietet doch so eine Geschichte wirkliches Potential sich mal von dem schnöden Alltagsgedöns frei zu machen. Auf jeden Fall liegt mir die Sache mehr als der blöde Karneval mit den künstlichen Klebebärten und den bunten Hütchen auf der kahlen Rübe.
Probleme gibt es natürlich trotzdem ohne Ende.
Gestern wollte ich im heimischen Keller eine Schraube suchen, da habe ich mich doch plötzlich gar nicht mehr ausgekannt zwischen den ganzen Klopapierrollen und Kisten mit Nahrung und Desinfektionsmitteln für mindestens 15 Jahre. Blöd war auch, dass mir meine neue Maske (Zehnerpack bei Amazon für 139 € in bunt, Premium, letzte Möglichkeit) ständig hochgerutscht ist und ich phasenweise rein gar nichts mehr gesehen habe.
Und überhaupt: Ohne Maske gehe ich gar nicht mehr aus dem Haus. Sicher ist sicher. Blöd ist nur, dass die Bäckersfrau beim Bäcker ohne eigene Backstube gleich die Hände gehoben hat, als ich am Morgen meine Brötchen holen wollte. Ich konnte sie kaum beruhigen. Es ist nur gelungen, weil ich mit dem mir freiwillig angebotenen Geld aus der Kassette (ohne Bon) schnell den Laden verlassen habe. Brötchen hatte ich da allerdings keine, Hunger dagegen umso mehr. Zuhause musste ich gleich an die eiserne Reserve. Eigentlich war das nicht der Plan. Das Atombrot aus der Dose ist aber gar nicht so schlecht, wenn man es ungefähr 20 min mit dem Fleischklopper bearbeitet hat.
Heute bin ich komplett beschäftigt. Also nicht anrufen! Ich vernagle meine Hütte mit Brettern. So richtig voran komme ich aber nicht, weil ich ständig nach draußen klotzen muss. Bei dem Nebel rechne ich mit allem. Sicher sind die Outlaws schon unterwegs und spähen Objekte aus, in denen was zu holen ist. Das macht mich ganz kirre. Ich muss mein Eigentum schließlich schützen. Hier geht es um das nackte Überleben. Morgen fange ich an ein Tunnelsystem zu graben; Fluchtmöglichkeiten schaffen, um als letzter auf diesem Planeten, tja, mmh, also irgendwohin flüchten zu können. Nach oben geht, glaube ich, nicht. Denk ich noch einmal drüber nach!
Internet und TV stelle ich demnächst auch ab, wegen der Viren und Bakterien, die so durch die Gegend schwirren. Man weiß ja nie, wen es trifft. Zumindest fühle ich mich mit meinem selbstgebastelten WLan-Kabel vorerst noch sicher. Eins sage ich Euch aber, niemals ein Werbebanner anklicken, da könnte sich Sonstwas hinter verstecken. Die Coronen oder wie die heißen, schicken dir dann Pakete Nachhause und legen sie an angebliche Wunschorte, die nur schwer einsehbar sind und in der Folge unkontrollierbare Schäden anrichten können.

Mal was ganz Profanes: Ich weiß gar nicht genau, ob das Werder-Pokalspiel heute stattfindet. Am Sonntag wurde ja auch nicht gespielt. Ich vermute da den ganz großen Zusammenhang zwischen Werder, Internorga, Buchmesse und Wiesenhof. Wiesenhof? Weiß auch nicht wie ich jetzt darauf komme. So viele Hühnchen auf engem Raum … da ist Potential für Keime und so.
Nun ja, zieht Eure Schlüsse. Wenn ich es schaffe, grabe ich mich im Laufe des Tages noch bis zum Horizont vor. Anpfiff ist erst 20.45. Müsste theoretisch zu schaffen sein. Reden können wir allerdings nicht.Tröpfchenflug ist das Stichwort. Sicher ist sicher.

Mit dem Virus leben müssen?

Werder ist leblos, Werder ist irgendwie tot. Auch die Stimmung gestern im Horizont war mehr oder weniger lethargisch tot. Sarkastischer Humor, wenn mal einem Werder-Spieler eine gute Aktion gelang. Kurzes Lachen, ablenkende Gespräche, und dann schnell bezahlen und gehen. Raus aus der Fremdschämenzone. Der leere Laden war nach dem 2:0 der Bullen plötzlich noch leerer. Klar, wenn draußen fast 15 Grad Temperaturen Frühlingsgefühle auslösen.
Das Spiel hat das nicht getan. Die starken Leipziger hatten Mitte der 2. Halbzeit Erbarmen mit den schwachen Bremern oder vielleicht auch Respekt und Ehrfurcht vor den grün-weißen Traditionen. Im Endeffekt völlig egal, denn sie waren haushoch überlegen und mussten nicht mehr tun als den Ball einfach in den eigenen Reihen zu halten. Und die verbliebenen Fans im Horizont waren sich seufzend einig: Hier spielt ein Absteiger ohne Mumm und ohne wirkliche Perspektiven. Weiterlesen

Alles nur Kopfsache?

Wir haben uns alle verwundert die Augen gerieben als feststand, dass die Ruhmreichen den BVB aus dem Pokal geworfen haben. Ein Wunder von der Weser? In jedem Fall und was für eins!
Wie Phönix aus der Asche ist die Mannschaft auferstanden und hat eine Leistung vollbracht, die ihr nur noch ganz wenige hartgesottene Fans zugetraut hätten. Es wurde im Vorfeld doch nur noch darüber spekuliert, ob die Niederlage zwei- oder einstellig ausfallen würde, ob Sympatikus Kohlfeld der richtige Trainer ist und wie nach einer Pleite gegen Union mit dem Abstieg in Liga 2 umgegangen werden muss.
Nun führt dieser Überraschungssieg alle Überlegungen ad absurdum. Das Fatale: Die schwachen Leistungen Werders in der Bundesliga sind nicht einfach wegzudiskutieren. Sollen wir Fans nun glauben, dass die Mannschaft es doch kann, dass Kohlfeld immer noch der beste der besten Coaches ist – oder was nun? Es scheint fast so, als würden die Spieler dem immensen Druck des Gewinnenmüssens in der Liga nicht standhalten können, im Pokal aber, nämlich dann, wenn keiner mehr etwas erwartet, ihr Potential plötzlich ausschöpfen.
Es gibt ja in diesen schweren Zeiten nicht wenige Leute, die behaupten, dass die Qualität im Team fehlt und dass der Trainer die Mannschaft schon lange nicht mehr erreicht.
Stimmt nicht, wenn man die Leistung von gestern Abend zu Grunde legt. Die Mannschaft kann Fußball spielen und besitzt offensichtlich auch die Fähigkeit taktische Vorgaben des Trainerstabes umzusetzen. Das Erstaunlichste allerdings an diesem Sieg ist die Tatsache, dass das Team in der 2. Halbzeit nicht eingebrochen ist, nachdem der BVB den Druck deutlich erhöht hat und durch Wunderkind Haaland der Anschlusstreffer gelang. Werder hat dagegen gehalten, die Zweikämpfe angenommen und – ich träume immer noch -, das dritte Tor gemacht.
Werder Bremen steht im Viertelfinale des DFB-Pokals und das völlig zurecht.
Es bleibt die Hoffnung, dass dieses Spiel so etwas wie eine Initialzündung darstellt und das die Mannschaft Union Berlin am Samstag in Grund und Boden spielt. Die Erwartungshaltung der Fans wird enorm hoch sein und niemand, wirklich niemand wird erwarten, dass Werder wieder so auftritt wie gegen Mainz, Hoffenheim oder Augsburg.
Wenn es doch wieder passiert, Gott bewahre, muss Sigmund Freud persönlich ran und die weichen Birnen auf Corona oder andere Fäulnisprodukte untersuchen.
Vielleicht war dieses Spiel gestern der notwendige Befreiungsschlag, der Max Kruse endgültig aus dem Weserstadion gepustet und eine neue Ära eingeleitet hat. Es wäre allen Bremern so zu gönnen. Das Leid muss endlich ein Ende haben!

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Silvester im Horizont

Kurzentschlossen und doch notwendig: Heute bleibt der Horizont geschlossen! Ebenso am kommenden Sonntag (5.1.) und eventuell auch am 12.1.20
Ich hoffe auf umfassendes Verständnis!
Morgen, am Montag, ist wieder geöffnet.
Die Silvesterfeier mit DJ Andre startet um 20 Uhr!
Am 1.1. sind wir ab 18 Uhr für Euch da. Wir übertragen das Dart-WM-Finale live!

Wir wünschen allen Freunden des Horizonts einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2020!

Werder heute am Scheideweg

Gegen Schalke hat Kohlfeld als Trainer noch nie verloren. Das muss heute auch so bleiben, will die Mannschaft nicht noch weiter in den Keller rutschen. 2 Punkte vor dem Relegationsplatz auf den großen Umschwung zu warten, scheint mir nicht die richtige Taktik zu sein.
Blöd ist nur, dass die Knappen in diesem Jahr ihre Spiele glücklich gewinnen. Rein fußballerisch gesehen, hat die Mannschaft nicht allzu viel zu bieten. Trotzdem geht das neue Konzept  des Trainers (der endlich mal eins hat), glänzend auf.  Werder darf sich ruhig ebenso umorientieren, vom erfolglosen Hurrafußball hin zu neuer Mauertaktik, die am Ende mit einem glücklichen Sieg neuen Optimismus verbreitet.
Die Fans können einfach nicht mehr leiden. Jedes Jahr die gleiche Sch … Und immer wieder erfinden sie sich neu in ihren Analysen. Das scheint der Lauf der Dinge.  So geht menschlicher Überlebenskampf. Sich immer an die Hoffnun zu klammern führt irgendwann aber zu unangenhmen Krämpfen. Wenn der Verein mitziehen würde und die Sorgen der Fans nur halb so ernst nehmen würde wie es umgedreht tagtäglich vorgelebt wird. Ja, was wäre dann? Werder wäre nicht mehr dem Diktat von Geld und politischen Entscheidungen ausgeliefert. Man würde sich wieder darauf besinnen, was Fußball wirklich ist,  ein einfaches Spiel von Menschen für Menschen. Und wir hätten alle wieder richtig Spaß!
Der Horizont öffnet heute 14 Uhr. Keine Platzreservierungen möglich!
Am Abend zeigen wir natürlich die Partie der Gladbacher gegen Köln und morgen gibt es ab 15 Uhr alle weiteren Spiele des Wochenendes.